Landau in der Pfalz Neues Stadtquartier Südwest
Landau in der Pfalz Neues Stadtquartier Südwest
Städtebaulicher Entwurf

Landau in der Pfalz
Neues Stadtquartier Südwest

Projektbeschreibung

Projekt:

Fläche Planungsgebiet: 13,3 ha

Davon sind:
4,7 ha öffentliche Verkehrsfläche
1,0 ha öffentliche Grünfläche
7,6 ha Nettobaufläche

Nutzungen:
ca. 58.800 qm Wohnfläche
für ca. 650 Wohneinheiten und
ca. 1.920 Einwohner
9.000 qm für Büros, Dienstleister und nichtstörende Betriebe
7.700 qm für Läden, Gastronomie, Kindergarten und Gewerbebetriebe

Entwurfsbeschreibung

Der neue Stadtteil „Am Birnbach“ versteht sich als zukunftsfähiges Quartier am Übergang von Stadt und Landschaft. Nachhaltige Mobilität, Klima- und Umweltschutz, soziale Integration und urbane Nutzungsvielfalt werden zu einem robusten städtebaulichen Konzept verbunden.

Die Wollmersheimerstraße (L 509) wird entlang des neuen Quartiers zu einer Stadtstraße mit doppelreihiger Baumallee umgestaltet. Unter der Allee verläuft ein beidseitig nutzbarer Radweg, der zugleich Abstand zwischen Verkehr und straßenbegleitender Bebauung mit Dienstleistungen und Geschäften schafft. Die verkehrliche Erschließung erfolgt über zwei klar definierte Punkte: eine Lichtsignalanlage auf Höhe der wichtigen Fuß- und Radverbindung zum nördlichen Quartier und zur Grundschule Wollmersheimer Höhe sowie einen neuen Kreisverkehr am Anschluss der Berwartsteinstraße. An diesen Eingängen liegen Mobilitätshubs mit Quartiersgaragen, Besucherstellplätzen sowie Car- und Bikesharing-Angeboten. Ziel ist ein weitgehend autoarmes Quartier mit befahrbaren Fahrradstraßen und kurzen Wegen.

Der städtebauliche Entwurf basiert auf einem klaren, nach Süden ausgerichteten Blockraster. Die Blöcke bilden Raumkanten zum öffentlichen Raum und zugleich überschaubare Einheiten für entstehende Nachbarschaften. In den Blockinnenbereichen entstehen grüne Gemeinschaftszonen und private Rückzugsräume. Zwei Achsen strukturieren das Quartier: Die Nord-Süd-Achse führt vom neuen Kreisverkehr zum Birnbach, die Ost-West-Achse verbindet den Grünzug Ost mit dem zentralen Quartiersplatz. Am Schnittpunkt entsteht der Ort größter Öffentlichkeit mit Blickbezügen zu den Weinbergen und zum Pfälzer Wald.

Die Mitte des Quartiers ist zugleich der Bereich der stärksten Nutzungsmischung. Hier befinden sich Einzelhandel, soziale und städtische Einrichtungen, Café, Familienzentrum und Kindergarten. Der Kindergarten im Erdgeschoss ist dem Quartiersplatz direkt zugeordnet; sein grüner Innenbereich öffnet sich zum öffentlichen Raum und macht Kinder und Familien im Quartiersleben sichtbar. Ergänzt wird die Mitte durch Aufenthaltsbereiche, Wasserspiel, Bouleflächen und gemeinschaftliches Gärtnern. Weitere Freiräume bietet der nahe Stadtpark.

Die Baublöcke reagieren differenziert auf ihre Lage. In der Kernzone definieren weitgehend geschlossene Blöcke einen urbanen Raum mit hoher Dichte und Nutzungsmischung. Nach Osten werden die Strukturen durchlässiger, sodass Grün und Frischluft bis in das Quartier hineinwirken. Am südlichen Rand öffnen und verzahnen sich die Blöcke mit der Landschaft; Gehölze und Hecken bilden eine ökologische Übergangszone zu den Weinbergen.

Energetisch ist ein kompaktes, sehr effizientes Quartier mit Passivhausstandard, Photovoltaik- und PVT-Flächen, kaltem Nahwärmenetz, Batteriespeichern und Mieterstrommodell vorgesehen. Gründächer, Zisternen, Fassadenbegrünung, Versickerungsflächen, Baumalleen und Durchlüftungsschneisen verbessern das Mikroklima und unterstützen die sommerliche Kühlung ohne technische Hilfsmittel.

Die westlich angrenzende Bestandsbebauung wird in das Blockraster integriert. Der geplante Knotenausbau L 509/Schlittweg wird kritisch gesehen, da er an dieser Stelle eine beengte Verkehrssituation erzeugen und die Wohnqualität beeinträchtigen würde. Stattdessen wird eine Haupterschließung über die Lichtsignalanlage und den neuen Kreisverkehr empfohlen.

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