Städtebaulicher Entwurf
Ettlingen – Oberes Albgrün
Zivile Konversionsfläche
Projektbeschreibung
- Ettlingen, Stuttgart, Waiblingen: Wettbewerbsbeiträge
Entwurfsbeschreibung
Das neue Albviertel versteht sich als familienfreundliches Stadtquartier und als attraktive innerstädtische Alternative zum Wohnen auf dem Land. Es verbindet Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Naherholung in einem Quartier der kurzen Wege und entwickelt aus der besonderen Lage an der Alb eine eigene Identität.
Ein engmaschiges Fuß- und Radwegenetz bindet das Quartier in das vorhandene Stadtgefüge ein. Innenstadt, Stadtbad, Watthaldenpark und Bahnhof liegen in gut erreichbarer Nähe. Drei neue Brücken und Stege verknüpfen die Stadtteile beiderseits der Alb. Der Fluss wird aus seiner engen Rinnenführung befreit und als naturnaher Freiraum erlebbar gemacht. Sand- und Kiesbuchten, Uferwege sowie begleitende Grünräume schaffen Aufenthaltsqualität und stärken die Alb als verbindendes Landschaftselement.
Prägnante Merkzeichen, Plätze, Einkaufsbereiche und grüne Leitlinien geben dem Quartier Orientierung und Charakter. Die Kopfbebauung der ehemaligen Papierfabrik bleibt erhalten und erinnert als Wahrzeichen an die Geschichte des Ortes. Zugleich markiert sie einen belebten Einkaufsplatz und kann künftig gemeinschaftliche oder quartiersbezogene Nutzungen aufnehmen. Weitere markante Gebäude setzen Akzente an den Quartierseingängen und in der Mitte des Viertels, etwa durch Dienstleistungen, Geschäfte oder eine Café- und Bistronutzung.
Das Quartier ist in überschaubare Nachbarschaften gegliedert. Diese bilden die räumliche Grundlage für soziale Netzwerke, Begegnung und Identifikation. Unterschiedliche Wohnformen und Wohnungsgrößen schaffen Angebote für verschiedene Lebensphasen und Einkommensgruppen. Verdichtete individuelle Wohnformen, Geschosswohnungsbau und besondere Wohnangebote wie Penthäuser werden innerhalb der Nachbarschaften gemischt. Ergänzend entstehen Bereiche für nicht störendes Gewerbe, insbesondere für kleinteilige, handwerklich geprägte Nutzungen mit öffentlich zugänglichen Präsentations- und Verkaufsflächen.
Die Gebäude folgen einem wirtschaftlichen modularen System. Ein Rastermaß von bis zu 5,5 m ermöglicht flexible Wohnungszuschnitte von etwa 50 m² bis 115 m². So können die Grundrisse auf unterschiedliche Marktanforderungen und Lebenssituationen reagieren.
Die gemeinschaftlichen Freiräume stehen im Mittelpunkt des Quartiers. Nachbarschaftliche Grünräume verzahnen sich mit dem grünen Band der Alb; Baumreihen unterstützen diese Verbindung. Jede Nachbarschaft erhält eine eigene gemeinschaftliche Freifläche und ein Gemeinschaftshaus für nachbarschaftliche Aktivitäten. An der Alb wird dieses als offene Sommerhalle ausgebildet und dient als Begegnungsort zwischen den Quartieren.
Private, halböffentliche und öffentliche Bereiche werden sorgfältig abgestuft. Niveauunterschiede, überdachte Freibereiche, Abstellräume, Nischen, Balkone und Laubengänge schaffen geschützte Rückzugsbereiche und zugleich soziale Kontrolle im öffentlichen Raum. Die Übergänge bleiben weich und fließend.
Das Quartier ist im Inneren weitgehend autofrei. Der ruhende Verkehr wird in Tiefgaragen der einzelnen Nachbarschaften organisiert; ergänzende Kurzzeit- und Besucherstellplätze liegen an den Quartierszugängen, beim Lebensmittelmarkt und in den Gewerbehöfen. So werden die Straßen und Freiräume des Albviertels zu Aufenthalts- und Bewegungsräumen für Menschen jeden Alters.














